Mittwoch, 16. September 2009

Der Kern des Prayerfestivals

Nachdem ich den Ablauf des PF dargestellt habe, möche ich auf den Kern zu sprechen kommen. Nämlich der Herr in der Monstranz, der dort gegenwärtig ist. Denn all der Ablauf wäre nicht viel, wenn nicht diese besondere eucharistische Atmosphäre da wäre, die einen sich fühlen lässt, als hätten wir schon jetzt den Himmel auf dieser Erde. Es ist eine Atmosphäre, in der die Liebe Gottes wirklich gegenwärtig wird. Ich als normaler Katholik, der regelmäßig zur Kirche geht, hätte nie gedacht, dass ich irgendwann mal auch sowas spüren würde. Es ist schwer in Worten zu erklären, aber Jesus ist dort wirklich gegenwärtig, das spürt ihr. Geht hin und macht selbst die Erfahrung. Ihr werdet so überrascht und verblüfft sein wie ich und euch wundern, was für eine starke Kraft von dort ausgeht.

Ablauf im Prayerfestival

Hab mir auf der Jugend-2000-Homepage die Termine angeschaut und bin dann hin. Nach ca. 3 Stunden Fahrt kam ich dann zu einer Turnhalle. Da liegen Zettel auf einem Tisch und man trägt sich dort in der Teilnehmerliste ein. Man kann auch auf der Homepage vom prayerfestival sich voranmelden, muss aber nicht sein. Dann gab es Zimmer für Buben und Mädels. Hab mir dann ein Zimmer ausgesucht und dort mein Schlafsack usw. hergerichtet.

Dann gibts ein Abendessen. Man nimmt sich was von den Broten die da liegen, nimmt nen Tee oder was dazu. Danach hab ich am Programm teilgenommen. Es gibt ne Anbetungshalle. Man muss vorm Eingang zur Anbetungshalle (die meistens in der Turnhalle ist) die Schuhe ausziehen, halt mit Socken reingehen. Es ist wie ne Kirche, Heilige Wasse ist aufm Tisch in einer Schüssel, man kann sich bekreuzigen und in der Mitte der Turnhalle ist so eine Pyramide auf die später die Heilige Monstranz kommt.

Matten zum hinsetzen, Stühle und Gebetsbücher sind überall. Es werden Lieder gesungen. Man braucht eigentlich keine Angst zu haben. Ist alles ziemlich anonym. Die Leute dort sind nett. Menschen wie du und ich. Jeder behandelt sich mit Respekt. Na ja nach dem Lobpreis war dann Messe bei der die Monstranz dann auf die Pyramide gesetzt wurde. Dann wurde bei der Monstranz, wo Christus mitten unter uns gegenwärtig ist, in Dunkelheit (nur mit Kerzenlicht) ausgeharrt bis in die Nacht, also so bis ca. 21, 22 Uhr, dann gehts auch ins Bett. Man kann aber auch die ganze Nacht vor der Monstranz bleiben.

Danach kann man duschen, Zähne putzen, oder auch direkt schlafen gehen. Wie man will. Keiner nervt einen, und wenn man schlafen will haben die Leute auch meistens Respekt und gehen dann still in das Zimmer rein um andere nicht aufzuwecken und lassen das Licht aus.

Dann am nächsten Tag dieser katholischen Veranstaltung kommt der Höhepunkt. Erstmal Talks, bei denne die Pfarrer über einige Dinge berichten. Danach Diskussionsrunden (keine Angst, man muss nicht dran teilnehmen, viele machens nicht, bleiben einfach in der Turnhalle sitzen). Dann abends die Messe und nachts der Eucharistische Gebetsdienst, bei dem Jesus vor jedem einzelnen hergetragen wird und jedem einzeln direkt gegenwärtig wird.

Am nächsten Tag ist dann die Abschlussmesse und die Aussendung, Mittagessen, danach Schluss.

Das war jetzt allerdings nur der Ablauf den ich dargestellt habe.

Mein erstes Prayerfestival

Vielleicht kurz zu meiner Person: Ich bin ein normaler Katholik, der regelmäßig zur Kirche geht aber irgendwann mal spürte, dass es einfach eine Routine ist. Viel ausgemacht hat mir das nicht, denn ich wusste, selbst wenns Routine ist, widme ich diese Routine immer noch Gott indem ich die Zeit aufbringe um zur Kirche zu gehen und meine Pflicht dadurch erfülle. Es war eigentlich alles stabil, aber es fehlte trotzdem eine emotionale Komponente. Ich war jetzt von Kind an katholisch erzogen, aber irgendwie fehlte so das Spirituelle, das Herz sozusagen.

Als ich dann zufällig auf einer Wallfahrt von Jugendlichen von Jugend 2000 und derm Prayerfestival erfuhr, und dann noch von einem katholischen Kollegen dazu angespornt wurde, dahinzugehen, war mir erstmal etwas bange da ich Angst hatte das ich dort als spiritueller Nichtskönner enttarnt werde.

Aber ich möcht jetzt schonmal vorwegsagen: Geht hin! Denn das eucharistische Verständnis wird dort für einen normalen Katholiken wie mich auf einer bis unter die Haut gehenden emotionalen Ebene geweckt.